Dauerbaustelle Hochschulwesen

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Der Alchemist
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Dauerbaustelle Hochschulwesen

Post by Der Alchemist » 08 May 2016, 14:23

"Brauchen Zugangsregelungen für das Jusstudium"

http://diepresse.com/home/recht/rechtal ... t/index.do
„Dramatisch“ nannte das der im niederländischen Groningen Europarecht lehrende Laurence Gormley, Präsident der Vereinigung der europäischen Rechtsfakultäten. In Großbritannien, wo allerdings Studiengebühren eingehoben werden, betrage der Drop-out nur fünf Prozent.
Für Marko hätten Aufnahmsprüfungen den Vorteil, eine selbstkritische Motivationsforschung der Studierenden zu erzwingen, ob denn Jus wirklich das Richtige für sie sei. Immerhin gäben 60 Prozent der Anfänger als Grund für ihre Studienwahl an, dass ihnen nichts Besseres eingefallen sei.
In Wien startet indes die erste private Juristenausbildung nun auch offiziell: Wissenschaftsminister Mitterlehner hat der Sigmund Freud Privatuniversität (SFU) das Bachelor-Studium der Rechtswissenschaften genehmigt. Es beginnt am 3. Oktober. Wie berichtet, will die SFU mehr Praxisbezug bieten und großen Wert auf Persönlichkeitsentwicklung legen. Das Studium kostet 8000 Euro pro Semester; das Masterstudium ist noch in Planung.
Alt-aber-immer-noch-gültig-Interview mit Herrn Kollegen Christian Albert:

http://derstandard.at/1350260301958/Uni ... -der-Krise
Führung an Universitäten und insbesondere Führung von Universitäten ist eine schwierige Aufgabe. Wenig Geld, viele Ansprüche, viele Meinungen, wenig Wertschätzung
An österreichischen Universitäten wird das wissenschaftliche Personal auf Führungsaufgaben nicht vorbereitet. Intelligenz wird ja vorausgesetzt, sonst wäre man nicht an der Universität. Wozu also Ausbildung zur Führung, Coaching oder Supervision? Ein befreundeter Wissenschaftler hat einmal die Bemerkung gemacht: "Wenn man nicht aufpasst, fängt man sich eine Führungsaufgabe ein wie eine Erkältung." Das hat mit Personalplanung und -entwicklung nichts zu tun.
Nach Übernahme einer Professur - nach zum Teil jahrelangen Konkurrenz- und Revierkämpfen - soll jemand nun plötzlich zum Teamplayer und zur empathischen Führungskraft werden? So ein Spagat ist ohne professionelle Vorbereitung, Begleitung und Unterstützung nur schwer zu schaffen.
Andererseits können wir von den Führenden aber nicht nur fordern: Auch sie haben Ansprüche an die Geführten. Wir benötigen eine Kultur der Anerkennung des gut Gemachten, aber auch des Respekts für das vielleicht nur gut Gemeinte. Und bei schweren, unpopulären Entscheidungen dürfen wir unsere Führungskräfte nicht im Regen stehen lassen.
Wir sind noch lange nicht am Ende dieses Weges, aber dass Bereiche wie Personalentwicklung und Konfliktmanagement an einigen Universitäten in den letzten Jahren spürbar mehr Bedeutung gewonnen haben, ist, glaube ich, ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.
Gnothi seauton. Kai genoio, hoios essi.

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dejost
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Soziale Durchmischung an Unis verbessert

Post by dejost » 30 May 2016, 14:04

Heute wurde die Studierendensozialerhebung 2015 präsentiert.
Der ORF zitiert daraus, und wir schreiben der Einfachheit halber ab:

http://oesterreich.orf.at/stories/2777266/
Insgesamt stammen derzeit 17 Prozent der Studierenden aus der niedrigsten nach dem Bildungsstand und Beruf der Eltern ermittelten Schicht, 30 Prozent aus der mittleren Schicht, 34 Prozent aus der gehobenen und 18 Prozent aus hoher Schicht. Das sind in etwa die gleichen Werte wie 2011.

Damit seien niedrige und hohe soziale Schicht praktisch gleich stark an den Unis vertreten
Das liegt unter anderem daran, dass immer mehr Leute das Studium mehr als 2 Jahre nach dem vorigen Bildungsabschluss beginnen. (2 Jahre wird daran liegen, um Bundesheer, freiwilliges soziales Jahr usw nicht zu berücksichtigen). Meine Vermutung, die ich aus den von ORF zitierten Daten aber weder verifizieren noch widerlegen kann, ist, dass vor allem Leute, die berufsbegleitend eine FH besuchen, für diese Daten sorgen.

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