Betrifft: Offen gesagt im Zentrum zur Sache

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Betrifft: Offen gesagt im Zentrum zur Sache

Post by dejost » 11 Dec 2005, 22:39

Dieser Thread behandelt die zumeist sonntägliche Diskussion im ORF unter wechselndem Namen, wo manchmal spannende Gäste über spannende Themen spannedn diskutieren - oder auch nicht.


11. 12. 05

Sonntag - offen oder nicht

Ich muss ja zugeben, mir ist das ziemlich egal. Beide Seiten haben gute Ideen und Ansätze, welche in praxe aber stärker ist, kann ich nicht beurteilen.

Der echte Lichtblick ist aber Ing. Richard Lugner.
Bei seinem Verständnis von "Demokratie" ist jedenfalls gut, dass er nicht UHBP geworden ist. Und Prozentrechnung ist ganz klar nicht seine Stärke.

Was ich nicht ganz einseh, warum der ORF immer wieder die Karmasin einlädt. Ob die mit irgendwem verwandt ist? Abgesehen davon, dass ich sie schwer aushalte, gibt die ja nur Binsenweisheiten von sich, nur weil sie sich Meinungsforscherin nennt, sind ihre Binsenweisheiten ja auch nicht weiser.

Was Katzian zum Kaufkraftfluss und zu Preisen udgl in den östlichen Nachbarn behauptet, kann ich aus eigener Erfahrung (vor 6 Stunden war ich noch in Bratislava) widerlegen.

Zu behaupten, dass es für die Arbeitnehmer rein freiwillig wäre, am So zu arbeiten, wie das Totta behauptet ist unwahrscheinlich. Das Modell mit den ~12 offenen Sonntagen im Jahr ist aber eine verhältnismäßig gute Mittellösung.

Warum vorrangig Einkaufszentren a la SCS und Lügnercity für So- Öffnungszeiten, ganz anders als die kleinen und mittleren Gewerbetreibenden ist jedenfalls klar. Und die Zusatzinformation, dass die Öffnungszeiten in SCS und Lugnercity durch die Mietverträge bestimmt werden, ist ... sehr interessant.

Die Wiener Einzelhändlerin ist zwar lieb, aber ihre Werbung für sich selbst wirkt etwas verzweifelt.

Dass die katholische Jugendarbeiterbewegung (oder wie die genau heißt) Claquers mithat, ist etwas unfair.

Lugner: "Am Sonntag soll man Blasmusik hören und mit der Feuerwehrspritze spritzen"
Katzian: "Wir können uns anschreien, werden die Zuschauer eine Gaude haben"
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Post by dejost » 19 Mar 2006, 22:07

19. März - REKORDGEWINNE – HOHE PREISE

Erste Frage von Frau Mag. Waltraud Langer, die zwar nett ist, aber etwas sehr am Flow schwimmt und unselbständig wirkt:
Was bringen die Gewinne der Unternehmen den Österreichern?

Eine geringe Herausforderung: Gehört ihnen das Unternehmen, Kohle. Arbeiten sie beim Unternehmen, Jobsicherung. Gehört das Unternehmen dem Staat, Kohle für den Staat (und den damit verbundenen Annehmlichkeiten). None of the above, na dann halt nix (abgesehen von den Steuerleistungen an Liechtenstein).

Auch die Frage, ob es nicht Frauen gibt, die halt doch von der Teilzeitarbeit profitieren, ist etwas unbeholfen. Es gibt sicher auch Leute, denen es nichts ausmacht, wenn man ihnen einen Finger amputiert.
Einzelfälle gibt's immer, aber sie sollte das ganze Bild sehen.

Weiters kann ich mir nur 2 Gründe vorstellen, warum sie nur die "Linken" (Attac + Gewerkschaft) anstänkert: Entweder ist sie so neutral/objektiv wie der ganze ORF oder sie ist eine gnadenfreie Opportunistin, weil die es einem am leichtesten machen und am wenigsten arrogant sind.

Gansterer, der Trend Herausgeber, wird mir immer unheimlicher. Von Langer als "objektiv/neutral" (so wie der ORF halt) angepriesen, schwärmt er irgendwann kurz von der Monarchie, als das alles noch "unsere Kronländer" waren und endet am Schluss mit "Fragt nicht, was das Land für euch tun kann, sondern was ihr für das Land tun könnt" und in Beantwortung von Torstens Frage aus dem Publikum betreffs einer Schule mit löchrigem Dach meint er, die SchülerInnen mögen das doch selber flicken.

DI Dr. Boris Nemsic übrigens bietet sich sogar, live und vor mehrern ... dutzend Zeugen, an, das selbst zu machen.

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Post by dejost » 15 May 2006, 09:20

14. Mai - Koks - Volksdroge?
Inoffizieller Untertitel "How low can you go"

Tony Wegas + Peter Cornelius erzählen ein paar nette Koks- g'schichteln, letzter aber vornehmlich von anderen.
Eine Profil Journalistin befetzt sich mit Fendrichs Anwalt, der im Publikum sitzt, ob Fendrich jetzt wen verpfiffen hat oder nicht.

Ein Drogenaufklärungspolizist der auch da ist, darf nach einer halben Stunde kurz einen Vortrag halten, sonst geht es aber wieder weiter auf Klatschkolumnenniveau.

Waltraud Langer ist so geeignet für die Moderation, wie Liechteinstein für einen bewaffneten Angriff auf Kasachstan, und ihr Einfluss auf das Dahingehen der Diskussion ist ca so groß wie der des Hupverbots in Wien (man weiß ja nicht, gäbe es kein Hupverbot, würden die Leute vielleicht doch mehr hupen...).
Die Leute die sich kennen plaudern munter, machen Eigenwerbung und im Endeffekt ist die ganze Sendung auf dem Niveau der Barbara Karlich Show (und des an anderer Stelle angekreideten Frühstück bei mir).

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Post by dejost » 08 Oct 2006, 22:38

08-10-06

wie alt ist der strasser?
12?
dass der so ang'rührt tut (oder ist?) nur weil jemand was darüber sagt, dass schüssel im verhanndlungsteam ist.
meinetwegen, es ist unpassend, geschenkt. aber darauf so rumreiten ist nur mehr kindisch.
achja, und ein untersuchungssausschuss ist kein gericht.
und es gibt auch nicht- streitige verfahren.
davon abgesehen, die aufforderung an molterer, anzurufen: großartig. ein treppenwitz.


was ich aber eher wieder blöd finde, ist dass das publikum fragen stellen darf, ohne dass die vorher angehört werden.
weil dass der ältere herr den gusenbauer nicht leiden kann, ist sein gutes recht.
dass er da 1,5 min sendezeit kriegt, um unsubstantiierte vorwürfe zu machen und der lacina dann auch noch drauf antworten muss, bringt eher wenig.

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Post by dejost » 09 Nov 2008, 22:21

09.11.08

Es wird diskutiert, ob Grisse- und Stermann Witze über Jörg Haiders Ableben machen dürfen.

Interessant ist, dass Grisse- und Stermann nicht selber kommen.

Vorne weg, man kann das Programm auf Du- Röhre anschauen (Suchworte zB Willkommen Österreich Haider).
Ich hab's mir extra angeschaut.
Und es ist wirklich - vergleichsweise - harmlos. Da hätte man wesentlich ärger, tiefer, geschmackloser, pietätsloser etc sein können.

Die Aufregung eines Scheuchs ist künstlich und peinlich. Wenigstens gibt er zu, dass es legal war, was Ster- u. Grissemann gemacht haben.
Tief ist es zu behaupten, dass die beiden es "gespürt" hätten, ihre Sendung ist nicht ok. Mit dem Leben und mit einem Anschlag sind sie bedroht worden.
Süß ist es, dass Scheuch ein Schreiben an alle Schuldirektor(innen?), sie mögen doch am Freitag in der 4. Stunde eine Trauerminute machen. Wenn sie wollen. Klar, keine Weisung, diese Trauer war überhaupt nicht verordnet.
Wieder tief ist es, dass BZÖler den Anschlag auf den Schalko ins Lächerliche ziehen.
Lächerlich ist auch, dass das BZÖ behauptet, unabhängig der Parteipolitik hätte es so einen Aufschrei gegeben.
Beunruhigend ist, dass Scheuch sagt, es macht ihm nichts aus, dass da Auftritte von kritischen Künstlern abgesagt werden müssen.

Schalko hat recht, den Orangen geht es echt nur um die Entrückung des besten Landeshauptmann aller Zeiten.

Mailath- Pokorny hat auch recht, Haider hat so viel ausgeteilt, da darf er auch mal was einstecken.
Er schwimmt etwas, als Scheuch fragt, ob man Satire über die Reichskristallnacht machen soll. Irgendjemand wirft richtigerweise La vita e bella (ital. Fehler seien mir verziehen) ein.

Kudos bekommt der ORF dafür, dass er Ausschnitte aus der strittigen Sendung zeigt. Das konterkariert effizient das eigentliche Anliegen der Orangen.

Peinlich ist, dass die SN- Frau sich beschwert, dass Grisse+- Sterm. ihr kein Interview gegeben haben, wobei sie sehr wohl anderen eines gegeben haben. Da überschätzt sie wohl die SN.
Recht hat sie, als sie meint, der (jetzige) Kärntner LH (es gibt nämlich - angeblich - einen) müßte schockiert sein, wenn sich Künstler nicht nach Kärnten trauen.

Bei Peichl frage ich mich meistens, worauf er jetzt hinauswill. Wobei bei einem hat er jedenfalls recht, Grisse-+Sterm. sind schon lange nicht mehr witzig. (Ich fand Peichls Karikaturen nur sehr selten witzig.)

Beruhigend ist, dass schlussendlich doch alle (inklusive Moderator Pelinka) gegen Scheuch sind.

PS: In den 90ern sagten Ster-+ Grissem., um Haiders Erfolg zu stoppen, müsste man ihn erschießen (oder etwas mit dem Sinngehalt). Es ist ein Treppenwitz, dass gerade diese Aussage sich als völlig unrichtig herausgestellt hat: Haiders Erfolg ist durch seinen Tod nur gemehrt worden.

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Der Alchemist
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Post by Der Alchemist » 11 Nov 2008, 11:23

Werden wir bei der nächsten Übertragung eines Politikerbegräbnisses im ORF einen Chor der Klageweiber sehen, die sich die Kleider zerreißen und Asche aufs Haupt streuen? "Aus gegebenem Anlass" teilt nämlich ORF- Kommunikationschef Pius Strobl den Damen und Herren Moderatoren und Berichterstattern mit, sie hätten "bei Todesfällen bedeutender Persönlichkeiten", die der ORF überträgt, "aus Gründen der Pietät dunkle Oberbekleidung zu tragen". Hintergrund: Aus Kärnten kamen Beschwerden, dass die ModeratorInnen bei der Trauerfeier für Jörg Haider nicht in großer Trauertoilette vor der Kamera saßen. Prompt war bei der Zilk-Trauerfeier im Stephansdom einer mit schwarzer Krawatte am Schirm zu sehen.

Aber warum nur bei Begräbnissen? Warum nicht ein kleiner Freudensalut aus 21 Kanonen, wenn einer unserer Republiklenker von einer Grippe genesen ist? Warum kein Hüteschwenken und dreifaches "Hurra!" der Redakteure, wenn die von den Parteisekretariaten entsandten Diskutanten ins "Im Zentrum"-Studio kommen? Wenn schon Hofschranzentum, dann aber richtig. (Hans Rauscher, DER STANDARD; Printausgabe, 11.11.2008)
Gnothi seauton. Kai genoio, hoios essi.

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Post by dejost » 08 Feb 2009, 23:09

08.02.09

Rückt die Kirche nach rechts?

Als ob man darüber noch diskutieren muss.

Alle österreichischen Bischöfe sehen das auch so, und haben geschlossen, beschlossen der Sendung fern zu bleiben.

Frau Turnschuh demonstriert auch gleich im Teaser, was man als Moderatorin keinesfalls machen sollte:
Nämlich Ansichten, über die diskutiert werden soll, herabzukanzeln.
Nun sind des Wagners Ansichten ("satanischer Harry Potter" oder so) zwar klar krude, aber als Moderatorin gleich im Vorhinein bewerten ist unangebracht. Ich für meinen Teil schätzte Fr. Turnschuh auch vorher als Moderatorin (oder Interviewerin) nicht (als Präsentatorin schon eher).

Abt Henckel-Donnersmarck findet deutliche Worte und entschuldigt sich für das Missgeschick bei Katholiken und Juden und bezeichnet Williams im übertragenen Sinne als Terrorist, der - anders als der Papst - auch überhaupt keine Aussöhnung will.

Bei der Piusbruderschaft scheinen solche Ansichten nicht sehr ausgefallen zu sein, berichten mehrere der DiskutantInnen.

Es ist zwar süß, von Fr. Turnschuh, zu sagen ein Politiker würde in so einem Fall zurücktreten - und in Deutschland hätte sie vielleicht sogar recht - aber bei uns ins Aut? Da könnt' ja jeder kommen, das hamma ja noch nie so g'macht...

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Post by dejost » 24 May 2009, 23:06

24.05.2009

Andreas Laun
Weihbischof Salzburg
Martin Graf
Dritter Nationalratspräsident, FPÖ
Doron Rabinovici
Autor und Historiker
Lothar Höbelt
Historiker, Univ. Wien (durchaus kein Linksextremer, um das mal vorsichtig zu formulieren)
Sibylle Hamann
Journalistin
Omar Al-Rawi
Islam. Glaubensgemeinschaft (und im Übrigen SPÖ Mandatar, soviel zur Trennung von Religion und Staat)


Omar Al-Rawi sagt, dass im Zuge der Ebensee- Neonazi- Sache auch der Satz gefallen sein soll "Was unsern Vätern war der Jud, ist uns heute die Moslembrut".
Außerdem vergleicht er öfter die Verfolgung der Juden in in den 1930ern mit der Moslemfeindlichkeit von heute. (Etwas Geschichtsunterricht würde hier bringen, ich finde, wir sind am Niveau der 1910er bis 1920er, bis zu den 1930ern fehlt nicht viel).
Jedenfalls kritisiert er, dass der moslemfeindliche Teil wenig Beachtung fand.

Höbelt sagt, es ist ok, dass Religionslehrer nicht so auf Demokratie stehen, dass ist bei Offenbarungsreligionen (zB Christentum) halt so. Das Anti-Rassismus-Zentrum der EU in Wien ist dafür eine Gedankenpolizei.

Moderator und Heute-Kolumnist Pelika(n) erzählt, anlässlich der Schießerei in einem Sikh-Tempel im 15. Bezirk habe HC ge-pressemeldet, Schönborn solle sich was schämen. (Mehr Kontext gibt es nicht, aber ich glaube Pelikan schon).

Rabinovici holt etwas zu weit aus und wird etwas zu poetisch, aber der Satz "Wenn ein Freiheitlicher ein Kreuz in die Hand nimmt, hat es einen Haken. Mehrere sogar" ist schon... zu treffend.
Witzig ist, dass Graf widerspricht, Ö sei nicht das Land des Antisemitismus.

Hamann sagt schlauerweise, es geht der F ja überhaupst nicht um die EU Außenpolitik, sondern um den (Wiener!) Wahlkampf. Die Rufe nach dem Anzünden des Gebetshauses bei der Demo hat sie selbst gehört.

Laun rechnet auf, weil im Islam gibt/gab es ja auch jede Menge Antisemitismus und Christenfeindlichkeit, und überhaupt werden Frauen gesteinigt.

Graf meint, der wahre Missbrauch des Kreuzes ist von Nitsch (der Blut-Schütt-"Künstler") begangen worden, und überhaupt hat Faymann 1983 mal was gegen die Kirche gesagt oder so. Und das Kreuz ist ein Symbol gegen Frauenbeschneidung. Und in Ägypten wird den koptischen Christen die Lebensgrundlage wegen der unsinnigen Notschlachtung von Schweinen entzogen.

In solchen Diskussion fehlt eine patriotische, nicht rechtsextreme, nicht klerikale, nicht rassistische Stimme. Gibt's in der ÖVP nicht solche Leute?
Sonst wenig Neues, kaum Überraschungen. Laun ist ziemlich ... unchristlich.

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Post by dejost » 05 Oct 2009, 11:10

04.10.2009
Thema war:
ROTER STURZFLUG – DIE KRISE DER SOZIALDEMOKRATIE

Und nach der Diskussion kann ich nur sagen, die Sozialdemokratie ist offensichtlich tot. Aber vielleicht spekuliert sie auf den Mitleidseffekt.

Wichtigstes Ergebnis jedenfalls, und für mich neu, ist Folgendes:

Auch andere Parteien vertreten mittlerweile (vormals) sozialdemokratische Positionen (zB Angela Merkel/CDU in Deutschland oder auch HC/FPÖ bei uns), mangels "Monopol" auf Themen und Kompetenz dazu schwinden auch die Wähler.

Des weiteren wurden auch die Sozialdemokraten immer unsozialdemokratischer, viele der neoliberalen Reformen Ende der 1990er wurden zwar von Tories, CDU usw initiiert, aber von (nominellen) Sozialdemokraten (Blair, Schröder etc) fortgeführt.

Zum ersten Aspekt ein paar Gedanken von mir noch:
Das Problem ist ja ähnlich wie bei den Grünen, mittlerweile ist ja jeder für Umweltschutz. Der Unterschied ist nur, beim Umweltschutz sind das überwiegend Lippenbekenntnisse, wirklich einsetzen tut sich (außer den Grünen) niemand dafür, es sei denn es geht besonders leicht (zB Postwurfsendungen gegen Atomkraftwerke).
Die Grünen können nun zwar sagen (abgesehen davon, dass sie auch andere Themen haben) nur wir sind wirklich dafür (und dahinter).

Da sich die SPÖ aber schon selbst so verwassert hat, steht ihnen diese Türe imho nicht mehr offen.

Teilgenommen haben:
  • Norbert Darabos (Verteidigungsminister, SPÖ)
    Franz Maget (SPD-Fraktionsvorsitzender, Bayern)
    Anton Pelinka (Politologe)
    Wolfgang Rosam (Kommunikationsberater)
    Barbara Blaha (Ehem. VSSTÖ-Vorsitzende, Ex-Parteimitglied)
Schon bezeichnend, dass sich nur Darabos (der jetzt, bei allem Respekt, weder das rhethorische Aushängeschild noch die intellektuelle Speerspitze darstellt, sich dafür freudig auf jeden Schleudersitz setzt) von der SPÖ hergetraut hat. Ebenso bezeichnend ist, dass er nicht weiß oder nicht sagen will, wer in der von ihm geleiteten Perspektiven (oder was auch immer)- Gruppe zur Integration/Migration mitmacht. Ich hoffe, die tragen da nicht alle KuKluxKlan Mützen oder so...
Und ebenso bezeichnend, dass er auf die Vorwürfe der Barbara Blaha (die ja in Wahrheit sozialdemokratischer ist als die gesamte Regierung zusammen) kaum Antworten hat.

Über den Kommunikationsberater kann ich wenig schreiben, ohne dass es ehrenrührig oder geschäftsschädigend wäre. Wobei, Wahrheitsbeweis und so...
Sagen wir mal, es ist ihm zu Gute zu halten, dass es ihm nicht peinlich war, sich erstens selbst zu widersprechen ("Die SPÖ braucht mehr Emotion, und keine Themen" später: "Die SPÖ braucht mehr Sachthemen") und zweitens zu zeigen wie unendlich ignorant er ist (hat doch glatt die Blaha als Parteinachwuchs bezeichnet. Das ist schon Ignoranz der eigenen Ignoranz gegenüber, weil er hätte sich ja durchaus informieren können, wer da noch diskutiert) und letztens auch keinerlei Verantwortung zu übernehmen ("Wenn eine Partei verliert, ist nicht der Kommunikationsberater schuld").

Pelinka war ok, aber wirklich Neues hat er nicht gesagt, abgesehen vom oben Erwähnten (Die SPÖ Wien hat nur mehr halb so viele Mitglieder wie vor 20 Jahren, die diversen Demographie- Entwicklungen lassen die "klassischen" Wähler schwinden usw).

Der SPD- Politiker war zwar eine gute Idee, hat aber auch nicht viel Erhellendes beigetragen.

Auch wenn Blaha teilweise etwas zu naiv- gutmenschig war, hat sie doch den besten Beitrag geleistet. Trotz allem wird das ungehört verhallen.

Achja, moderiert hat das angeblich die Turnschuh. Irgendwann zwischendurch habe ich sie sogar mal so rumsitzen sehen.

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Post by dejost » 29 Nov 2009, 23:07

Ich habe nur die halbe Sendung gesehen, es ging um Kärnten, eingeladen war ua Dörfler.

Der erklärt lang und breit wieso der VfG nicht recht hat, worauf Rainer vom Profil (auch da), meint, zunächst sagt der StA Dörfler kennt sich so wenig aus, dass er straffrei ist, und nun ist er schlauer als der ganze VfGH. Dörfler meint, die Medien stellen ihn absichtlich dumm dar.

Eingeladen ist auch Hr Bockelmann (der Bruder vom Udo Jürgens). Der hasst offensichtlich Haider, Dörfler und das BZÖ, ist zwar eher sympathisch, aber seine langen Tiraden sind zwar geistreich, aber der Sendung nicht sehr zuträglich. Dörfler outet sich als Udo Jürgens- Fan.

Dann ist noch ein (wohl BZÖ- naher) Hotelier (und Bürgermeister) da. Den hat noch nie ein Gast nach 2sprachigen Ortstafeln gefragt, aber er ist dagegen, weil an der Grenze zur Steiermark steht auf 20 Sprachen "Willkommen in der Steiermark" (oder sowas) und er kann beim Vorbeifahren nur 8 oder so lesen. (Ganz echt, das war sein Argument).

Turnher, die zumindest versucht zu moderieren (das ist ja schon mal ein Fortschritt), fragt mehrmals, ob es nicht im Interesse der Politiker ist, das Ortstafelthema dauernd am Tapet zu halten, weil wenn die Tafeln stehen würden, würde es ja keinen interessieren. Ganz schafft sie es auch nicht, objektiv zu sein, aber bei Dörfler ist das auch wirklich schwierig.

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Post by dejost » 28 Feb 2010, 23:02

Heute geht es um Parteienfinanzierung.

Ich hatte schon ein ausführliches Posting, habe es aber versehentlich gelöscht.

Kaltenegger sagt, er versteht wenn Spender anonym sein wollen und er kann nix dafür, dass die anderen nicht so viele Vorfeldorganisationen haben. Und die SPÖ, die hat ja eine Stiftung.

Kogler hat überhaupt immer schon für Transparenz gekämpft.

Kickl unterstellt SPÖ und ÖVP gleich mal, auch strengere Regeln zu umgehen. Außerdem attackiert er den ORF wegen dem Filzmaier.

Petzner hat in der Geschichte der DDR geforscht und sagt, der Scheuch ist so ein Grund, wieso man das ganze braucht.

Dass die SPÖ ein Wirtschaftsimperium mit Stiftungen hat, gehört so und ist ein Zeichen der Wirtschaftskompetenz (irgendwer lacht, aber ich weiß nicht wer).

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Post by dejost » 02 Oct 2011, 23:01

Heute sind altbekannte Politbonzen #imzentrum.
Es geht um Korruption, und komischerweise sind alle dagegen und wollen Aufklärung. Dann wird ja alles gut.

Ich bin zu faul zu tippen, ich kopiere einfach aus Twitter.
Yilmaz Gülüm
Ingrid Thurnher erlaubt leider sehr viel politsches Blabla auf ihre Fragen #imzentrum
Alexander Oswald
Der Stöger wurde als Hobbykoch mit Spezialfach Kürbis geoutet. Was wird der U-Ausschuss zu Tage bringen, Faymann der Vegetarier? #imzentrum
Barbara Kaufmann
Florian Klenk rauft sich im Publikum verzweifelt die Haare... #imZentrum
Florian Klenk ist super.
Er hofft, dass bald Politiker in den Knast gehen, damit es nachher besser wird, wie auch aus dem Weinskandal eine Weinnation entstanden ist.
Bei den meisten Appläusen (oder was auch immer das Plural von Applaus ist), wunder ich mich, wer warum applaudiert. Beim Klenk wundere ich mich nicht.
Projekt Im Laufen
#imzentrum Transparenz, Transparenz, Transparenz. Wieso erst jetzt? Wollen doch offensichtlich eh alle.
Sailer Josef
#imzentrum gibt eine Vorschau auf die Nebelgranatenshow im parlamentarischen Untersuchungsausschuss...
Medientransparenzdatenbank soll's geben? Wird die so ein Erfolg wie die TraDaBa?

Petzner sagt, wenn der Gusenbauer um SPÖ Geld plakatiert, "2 Klassenmedizin abschaffen" ist das ok. Wenn der Stöger um Steuergeld inseriert, der Faymann habe sie abgeschafft, ist das nicht.
Jarolims Konter "Der hat aber auch!".

Amon ist auch nicht per se gegen Regierungsinserate. Sie sollen als solche erkennbar sein (sind sie doch eh...)
bin da
"das halte ich, glaube ich, schon für sinnvoll" - er glaubt zu wissen, was er glaubt? #imzentrum
Interessanter Link
http://www.flickr.com/photos/georgholze ... 2/sizes/l/
Walter Gröbchen
"Sie werden sich 2 Jahre damit beschäftigen, den eigenen Sumpf aufzuarbeiten. Glauben Sie, wird das Ihrem Image schaden?" LOL #ImZentrum
Nina Hoppe
ich muss #imzentrum abschalten. ich halte die diskussionsteilnehmer nicht aus

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Post by dejost » 12 Nov 2012, 10:20

Gestern ging es darum, wieviel Politiker warum verdienen.

Anlass ist, dass sich die Politiker nach jahrelangen Nulllohnrunden nun 1,8% Erhöhung (bis 2,8% wäre möglich gewesen) geben wollen.

TeilnehmerInnen sind insbesondere Kurt Scheuch und Hubsi Krammar.

Das ganze war so zum Fremdschämen, ich musste nach 15min abdrehen. Der Hubsi Krammar hat den Kurt Scheuch massiv attakiert, aber etwas zusehr auf Pathos. Der Scheuch hat gekontert, Krammar hat für die KPÖ kandidiert und hat überhaupt keine Stimmen bekommen. (Es war irgendein Wahlzusammenschluss von ein paar (sehr) linken Parteien, wo er kandidiert hat). Das wurde dann entsprechend tief, die Turnschuh hat so wie immer nix machen können. Dann haben sie auch noch dem Scheuch sein Respek-Tiere Video gespielt - als ob das irgendwas mit Politikergehältern zu tun hat, und der Scheuch hat gemeint so erreicht er auch Politdesinteressierte. Dann die nächste Attacke Krammars, dann hat's mir gereicht. Ich fremdschäme mich nicht gerne.

Matznetter, der auch teilgenommen hat, hat den alten Spruch gesagt "If you pay peanuts, you get monkeys".

Ich finde, Politiker sollen ruhig viel verdienen. Sie tragen viel Verantwortung.
Allerdings sollen sie sich dann auch schleichen, wenn sie diese Verantwortung schlecht (oder zu wenig) ausüben.

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Re: Betrifft: Offen gesagt im Zentrum zur Sache

Post by dejost » 15 Mar 2016, 16:23

Faymann im Zentrum, Mitterlehner gegen den ORF

Der ORF hat die langgediente (aber nicht sehr überzeugende) Sonntag-Abend-Diskussionsrunde "im Zentrum" anlässlich der Flüchtlingsthematik in eine einstündige Interviewsendung mit Faymann umfunktioniert.
Mitterlehner hat sich in der ZIB2 sehr darüber aufgeregt, weil er das als Bevorteilung des Bundeskanzlers sieht.

Grundsätzlich ist nichts falsch daran, dass man dem Bundeskanzler ab und zu mal länger im Abendprogramm auf dem Zahn fühlt und dem Vizekanzler nicht.
Dafür eine Diskussionsrunde in einer Einmalaktion umzufunktionieren, wirkt komisch. Problematischer ist, und zumindest dahingehend beschwert sich Mitterlehner zu recht, ist, dass Faymann sich seine Interviewpartner/in aussuchen zu können scheint, es wird ja kolportiert, dass er sich nicht von Armin Wolf interviewen lassen möchte. Deswegen auch Thurnher, die zumindest einen Interviewpartner halbwegs erfolgreich bändigen konnte.

Die Füchtlingssituation ist ja schon verfahren genug, weil die Staaten alle gegeneinander arbeiten und bestehende Abkommen ignorieren, was weder irgendetwas löst noch Leid der Menschen verhindert. In der Situation gibt es keine guten Lösungen. Die von Faymann ist, Schwenk hin oder her, auch nicht besser.
Im Interview hat er sich den Umständen entsprechend gut geschlagen - alles andere wäre aber auch peinlich gewesen, denn auch wenn ein paar Fragen (Stichwort: Schwenk) kritisch waren, so war doch bei diesem Thema alles, insbesondere die Kritik, vorhersehbar.

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Re: Betrifft: Offen gesagt im Zentrum zur Sache

Post by dejost » 19 Dec 2016, 12:28

Ingrid Thurnher, von vielen oft Frau Turnschuh genannt, nach einem Live-Erlebnis mit dem Berufsblödler Otto Waalkes, moderiert nur noch einmal Im Zentrum und gibt ua dem Standard ein Abschiedsinterview.

http://derstandard.at/2000049391349/Thu ... rechtreden
STANDARD: Wer waren die schlimmsten Gäste?
Thurnher: Das sind jene, die nichts zu sagen haben. Es gibt Leute, die sitzen in Diskussionsrunden und reden nur, wenn man sie auffordert und direkt anspricht. Die wollen nicht streiten. Das ist langweilig. Es kann ruhig emotional werden, dann haben die Leute wenigstens was davon, weil sie von unterschiedlichen Ansätzen lernen können.
STANDARD: Kritisiert werden aber jene Gäste, die sich in den Vordergrund stellen und permanent unterbrechen.
Thurnher: Ja, das ist so ein "Wer schimpft, der kauft"-Ding. Bei Expertenrunden, die auf einem sehr hohen Niveau diskutieren, bekommen wir sehr viel Lob – auch in sozialen Medien, merken aber, dass das Zuseherinteresse deutlich geringer ist als bei Runden, über die überall extrem geschimpft wird. Dieser Widerspruch ist extrem auffällig. Die Leute mögen es, wenn gestritten wird. Es sagt ja auch etwas aus, wenn sich die Diskutanten in die Haare kriegen und es bei bestimmten Themen emotional wird.
Das erklärt in retrospektive so manche Minderleistung als Moderatorin - wenn das die Milborn, die jetzt bei Puls4 ist, sagt, kann ich das noch nachvollziehen. Aber der ORF sollte gefälligst auf Qualität statt Quote achten, genau deswegen gibt's ja die Gebühr!
Thurnher: [...] Es sind allerdings zwei Paar Schuhe, ob man sich reinkniet und jedes Facebook-Posting liest oder man das ausblendet, was ich letztendlich getan habe. Sonst müsste ich mir jeden Tag diesen ganzen Mist vor Augen führen. So kann ich gut damit umgehen. Gibt es aber Sachen, die klagsfähig sind, sollten wir als Journalisten konsequent sein.
STANDARD: Und dagegen vorgehen?
Thurnher: Ja. Das trifft ja Journalistinnen noch viel härter als Journalisten, weil sehr schnell körperliche Sachen oder das Aussehen mitschwingen. Kollegin Corinna Milborn (Puls-4-Moderatorin, Anm.) hat einen sehr guten Job gemacht, indem sie gesagt hat, dass sie alles zur Anzeige bringt, was unter die Gürtellinie geht und klagsfähig ist. Da sollten wir alle sehr, sehr konsequent sein. Kalt lässt einen das nicht, aber ich lasse mich davon sicher nicht fertigmachen.
Stichwort Postfaktizismus. Wie schon erwähnt, finde ich das gut von den beiden und all den anderen, die das auch so machen.
STANDARD: Sind die Anfeindungen in letzter Zeit – befeuert durch soziale Netzwerke – viel stärker geworden?
Thurnher: Absolut. Als sich E-Mail zu verbreiten begonnen hat, haben wir gemerkt, wie distanzlos das Publikum plötzlich wird. Vorher kamen Briefe oder Anrufe beim Kundendienst. Neun von zehn Briefen waren Bitten um ein Autogramm, einer war eine Beschimpfung. Die meisten Beschimpfungen gab es über den Kundendienst. Da haben die Leute hineingemotzt. Die Social Media haben jetzt das Asset für Leute, dass sie unter sich sind und mit anderen vereint in Einigkeit und Größe gegen Personen vorgehen können. Ich habe zum Beispiel die Facebook-App auf dem Handy gelöscht. Blendet man das nicht aus, ist man den ganzen Tag nur damit beschäftigt, Schimpf und Schande über sich selbst zu lesen. Das muss ich nicht haben.
STANDARD: Sie treten in der ORF-3-Chefredaktion die Nachfolge von Christoph Takacs an, der in Salzburg Roland Brunhofer als Landesdirektor ablöst, weil der politisch nicht mehr opportun ist. Wie sehr nervt das Politische im ORF?
Thurnher: Mich würde es nerven, wenn ich wegen einer politischen Opportunität etwas werden oder etwas nicht werden würde. Ich bin nie einer Partei nahegestanden, deswegen vertraue ich darauf, dass es bei meiner persönlichen Karriere damit nichts zu tun hat. Gerade bei den Bundesländern wissen wir, dass der Landeshauptmann bei der Bestellung der Landesdirektoren ein Anhörungsrecht hat. Das geht eigentlich nicht mehr, finde ich.
STANDARD: Solche Vorgänge sollten der Vergangenheit angehören?
Thurnher: Ja, bitte, das sind alles kleine Wirtschaftsbetriebe, die nach Management- und Qualifikationskriterien besetzt gehören und sonst nach keinem Kriterium.
Ich gebe ihr zwar recht, glaube aber nicht, dass das was hilft.

Sonst kündigt sie in dem Interview an, auch auf Orf III "etwas mit Talk" zu machen. Hoffentlich schielt sie weniger auf die Quote als bisher, sonst sollte sie eher den Job von der Kollegin Milborn machen.

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