FPÖ vs abgebildete Musliminnen

Gegendarstellungen, Widerrufe etc werden viel zu oft vergessen, weswegen ich hier einige auflisten werde. Wichtig ist: Ich suche keine Gegendarstellungen, es sind also nur welche, über die ich zufällig gestolpert bin, die Häufigkeit basiert also nicht auf der Unzuverlässigkeit der Medien sondern nur, ob ich dieses zum richtigen Zeitpunkt konsumiert habe oder ob es jemand von der Forencommunity reinpostet.
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dejost
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FPÖ vs abgebildete Musliminnen

Post by dejost » 08 Jan 2007, 13:16

Es ist zwar kein eigentlich Widerruf passiert, aber es ist doch so etwas ähnliches.
Daher hier ein paar Übernahmen von Text vom standard.at vom 8.1.07
Die FPÖ muss an vier Musliminnen türkischer Herkunft Schadenersatz in Höhe von 7.500 Euro zahlen, weil die Partei ein Foto der Kopftuchträgerinnen ohne deren Zustimmung in Zeitungsinseraten verwendet hat.

Das Foto, das die vier in Wien lebenden Frauen und zwei Kinder in einem Park zeigt, war im September 2006 in drei Wahlkampfinseraten mit dem Titel "Islamismus am Vormarsch: Österreich wirksam schützen!" in der Tageszeitung Kurier sowie in einer Broschüre der Freiheitlichen verwendet worden. Da die Abgebildeten weder der Anfertigung noch der Veröffentlichung der Aufnahme zugestimmt hatten und sich in die Nähe des Islamismus gerückt sahen, wehrten sie sich dagegen.

Ursprünglich forderten sie 15.000 Euro Schadenersatz. In einem außergerichtlichen Vergleich wurde nun eine Summe von 7.500 Euro inklusive Anwaltskosten vereinbart. Das Foto darf ohne ausdrückliche Zustimmung der Betroffenen nicht mehr verwendet werden.

Allerdings war laut den Grünen auch eine APA-OTS-Aussendung durch die FPÖ bzw. Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache vereinbart, wonach Aufnahme und Veröffentlichung ohne Zustimmung erfolgt seien. Dies hätte bis Montag, 10.00 Uhr, erfolgen sollen, doch bis in die Mittagsstunden lag die Aussendung nicht vor. Strache hätte zudem erklären sollen, dass man die Personen nicht in die Nähe von Islamismus oder Fundamentalismus rücken wollte.

In der FPÖ erklärte man auf APA-Anfrage, nichts von einer vereinbarten Aussendung zu wissen. Sollte dies tatsächlich Teil der Vereinbarung sein, werde man sich aber daran halten, so FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky.

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